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Wir stellen unser Buch vor.

Liebes Immunsystem, schön, dass Sie hier sind. Ich falle gleich mal mit der Tür ins Haus: Wer sind Sie genau?

Immunsystem 1

Oh, bitte, können wir uns einfach duzen? Ich fühle mich sonst so alt (lacht). Ich und meine Schwester sind das Abwehrsystem deines Körpers. Du hast uns beide sozusagen selbst angebaut und bis heute erweitert. Erweitert heißt, also da stelle ich auch direkt meine Schwester mal richtig vor, dass es ein angeborenes und ein erworbenes Immunsystem gibt. Meine Schwester hier, das erworbene Schutzschild, ist etwas jünger als ich, aber nicht viel.

Immunsystem 2

Ja hi, entschuldigt die Verspätung, musste gerade noch eine mutierte Zelle rauswerfen. Ich bin das erworbene Immunsystem. Genau, Sis, wir arbeiten eigentlich schon ziemlich lange zusammen. Wir schützen, einfach gesagt vor Krankheitserregern wie Bakterien und Viren und bekämpfen fehlentwickelte Zellen, wie z.B. Tumorzellen.

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Die Immunsystem-Schwestern im Interview

Aus der Reihe „Rücksprache“

Wir fragen nach, wir wollen es aus erster Hand – wir halten …Rücksprache! Das Interview wurde geführt von deinem Körper – eine Produktion von graphicgyn.de

Die Immunsystem-SchwesternRücksprache
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O, wie nett, dass ihr beide Zeit habt. Von wo aus arbeitet ihr hauptsächlich?

Immunsystem 2

Wie der Name schon sagt, wir sind ein System, dass heißt, wir arbeiten im Team. Wir organisieren ein Zusammenspiel von verschiedenen Organen, Zelltypen und Molekülen. Unsere Truppe besteht aus der Haut, den Schleimhäuten, Lymphknoten, der Milz und den Mandeln, den Darm und dem Knochenmark. Wir arbeiten alle eng zusammen. Eine riesige Organisation also.

Wann arbeitet ihr?

Immunsystem 1

(lacht) Ganz einfach: Immer. Urlaub kenne ich so jetzt nicht. Dein Körper feiert ja ab deiner Geburt sozusagen eine riesige Party. Zellen lernen sich kennen, schließen sich zusammen, bilden Gruppen, werden zu Organen, Haaren, Zähnen und Augen. Alles wird dabei ständig erneuert und muss gereinigt, aufgeräumt und organisiert werden. Das machen wir in deinem Körper dein ganzes Leben lang; aufräumen, alte Zellen rauswerfen, mutierte Zellen, wie solche, die eine Krebszelle werden wollen, werden über die Lymphen aus dem Körper geschwemmt, Wunden bilden erst eine Kruste, die dann irgendwann abfällt, und vieles mehr. Das ist tatsächlich nur Alltagsgeschäft. Richtig Fahrt nehmen wir dann auf, wenn ein Krankheitserreger hereinspaziert und alles auf den Kopf stellen will.

Und wie macht ihr das dann genau?

Immunsystem 1

Naja, im Alltagsgeschäft arbeitet die Stammbesetzung aus Erkennungszellen, Fresszellen, Markierungszellen und Gedächtniszellen zusammen, um Erreger oder eben auch Krebszellen undschädlich machen zu können. Ab und an findet allerdings ein richtiger Run von Erregern auf deinen Körper statt, wie z. B. bei der Grippe. Dabei kommen mehr von diesen krankmachenden Figuren vorbei als ich, das angeborene Immunsystem verarbeiten kann. In so einem Fall wenden wir uns an dein erworbenes Schutzschild, das dann aktiviert wird … Da erzählst am besten du weiter, Sis.

Immunsystem 2

Ja, gerne! Ich verbreite dann im ganzen Körper die Botschaft, Leute!, da ist was los, es ist was Großes, wir brauchen jetzt eure ganze Unterstützung“. Vereinfacht ausgedrückt aktiviere ich dadurch sozusagen den Türsteher vom Berghain. Dieser guckt sich den Erreger erst mal an. Dann holpert der Vergleich leider etwas, denn der Erreger, der da an der Tür steht, wird zerkleinert und Teile davon, die man Antigene nennt, werden allen anderen Mitarbeitenden im System gezeigt. Daraufhin werden sogenannte Killerzellen ausgebildet, die den Krankheitserreger dann mit allen Mitteln bekämpfen.Dabei lerne ich sogar für die Zukunft noch dazu! Ich speichere nämlich diese Information über das unerwünschte Virus. Wenn der Erreger das nächste Mal klingelt, wird dieser schon an der Tür abgewiesen.

Immunsystem 1

Der ganze Prozess ist natürlich super anstrengend und deshalb fühlst du dich, wenn wir auf Hochtoren arbeiten, auch nur mittelprächtig bis elendig. Erschöpfung, Fieber oder allgemeine Krankheitssymptome, all das zeigt: Wir sind voll am Start! Leg Dich ins Bett und lass uns machen! 

Immunsystem 2

Genau, und viel Wasser oder Tee trinken, das hilft uns bei der Arbeit. 

Wie passend, danach wollte ich eben fragen: Wie kann ich euch bei der Arbeit unterstützen?

Immunsystem 2

Also wir funktionieren eigentlich von ganz alleine, lieben Herausforderungen und wachsen daran! Das klingt komisch, ist aber so. Wir sind die derzeit beste Ausgabe eines menschlichen Abwehrsystems. Vor 100 Jahren sah es noch ganz anders aus, dahingehend wurde viel gemacht. Natürlich solltest du gesund und vollwertig essen und dir genügend Vitamine zuführen, aber den Rest können wir alleine.

Immunsystem 1

Ja, aber Achtung: Du kannst es mit vielen Dingen schwächen! 

Immunsystem 2

O ja, stimmt. Und da kommen die Tipps aus den Ratgebern ins Spiel. Damit wir ordentlich arbeiten können, brauchen wir gute Arbeitsbedingungen. Bewegung lässt z.B. unsere Immunzellen durch er-weiterte Blutgefäße auch in die hintersten Ecken deines Körpers kommen. Schon mal mit Raucherlunge ein Treppenhaus hoch? Unsere Mitarbeiter*innen können das auch nicht so gut, wenn sie „Raucherlungen“ haben. Also: Bewegung an der frischen Luft!

Immunsystem 1

Zu viel Fettzellen im Körper verbrauchen Energie und machen unser Team träge und sehr viel langsamer. Also runter mit dem Gewicht! 

Immunsystem 2

Stressvermeidung klingt sehr theoretisch, aber auch das kann man lernen und wir belohnen dich mit einem belastbaren Körper! Letztendlich sind nämlich alle Prozesse im Körper abhängig davon, wie wir mit ihm umgehen.

Immunsystem 1

Gut gesagt, Schwesterherz. Absolut richtig. Wenn du zum Beispiel auch außerhalb deines Körpers Party machst, um mal bei dem Bild vom Anfang zu bleiben, also so eine richtig schöne lange und intensive Partynacht durch tanzt, legt das nicht nur das Gemüt lahm, auch wir im Körper hängen in den Seilen, da wir zusätzlich Alkohol, lange Gespräche, Rauch und engen Kontakt zu anderen Menschen verarbeiten, während wir die üblichen Prozesse im Körper reibungslos aufrechterhalten müssen. Doppelschicht sozusagen. Werden wir oft damit beschäftigt, Alkohol abzubauen und mit Raucherlungen durch die Blutbahnen zu joggen, können wir das Tagesgeschäft, wie mutierte Zellen rauswerfen oder den Müll rausbringen, einfach nicht mehr gut leisten. 

Das ist gut nachvollziehbar! Herzlichen Dank für eure Zeit und angenehmes Arbeiten noch, schöne Aufträge und gutes Gelingen!

Immunsystem 1

Danke!

Immunsystem 1

Danke!

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